Auch Biebertal setzt zukünftig auf digitale Alarmierung

17.03.2018 - von

Seit März 2018 ist es auch in Biebertal endlich soweit – die Alarmierung unserer Einsatzkräfte erfolgt jetzt seit ein paar Tagen schon über digitale Melder, sog. Pager. Aber warum ist das eigentlich eine Errungenschaft einerseits und wozu werden andererseits solche Melder eigentlich benötigt?

Um dies zu verstehen, muss man zunächst einmal wissen, wie Feuerwehr in Deutschland eigentlich prinzipiell funktioniert und was im Hintergrund geschieht, wenn bei der Notrufzentrale eine Meldung eingeht, die einen Einsatz der Feuerwehr auslöst.

Feuerwehr als Beruf oder doch nur Berufung?

Die allermeisten Feuerwehrleute in Deutschland sind freiwillige Helfer, die das Amt der Feuerwehrfrau und des Feuerwehrmanns im Ehrenamt ausüben. Sie gehen im Alltag meist einer ganz normalen, geregelten Arbeit nach und werden nur im Einsatzfall zur Einsatzkraft. Es gibt in Deutschland nur vergleichsweise wenige Berufsfeuerwehren, Feuerwehren also, wo Feuerwehrleute in einer Feuerwache sitzen und im Notfall innerhalb weniger Sekunden ausrücken und helfen können. Eine Berufsfeuerwehr ist sehr teuer im Unterhalt und wird daher typischerweise nur in Städten vorgehalten, die mehr als 100.000 Einwohner haben. Gießen im Übrigen ist eine der wenigen Ausnahmen, wo sich eine Stadt dennoch eine Berufsfeuerwehr leistet – dies ist hier dem Umstand geschuldet, dass es hier eine große Universität und ein Universitätsklinikum gibt.

Die freiwillige Feuerwehr – langsamere Amateure?

Da mag ja nun der Eindruck entstehen, dass Gemeinden demzufolge lieber auf eine günstige Amateurtruppe setzen, aber dem ist natürlich mitnichten so. Egal ob berufs- oder freiwillige Feuerwehr – beide setzen auf die gleiche Ausbildung auf, die praxisorientiert und professionell ausgestaltet ist. Feuerwehrleute in Deutschland sind extrem gut ausgebildete Fachleute, die in den verschiedensten Notlagen schnell und tatkräftig zur Seite stehen. Und obwohl eine Berufsfeuerwehr im Einsatzfall selbstredend noch schneller zur Stelle sein wird, sind die freiwilligen Feuerwehren gleichermaßen in aller Regel innerhalb weniger Minuten am Ort des Geschehens.

Vom Alltag zum Notfall – eine Frage von Sekunden

Sobald bei einer der Einsatzleistellen ein Notruf eingeht, also jemand über die zentrale Notrufnummer 112 einen Notfall meldet, lösen diese eine bis ins kleinste Detail geplante Alarmierungskette aus, die in der sog. Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) festgelegt ist. In einer Wache der Berufsfeuerwehr klingelt dann die Alarmglocke – bei den freiwilligen Feuerwehren jedoch fangen die eingangs erwähnten Melder an zu piepen.

Jedes Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr trägt einen solchen Melder stets mit sich – bei der Arbeit, beim Einkaufen, im Friseursalon und nachts auf dem Nachtschränkchen neben dem Bett. Fängt der Melder an zu piepen, unterbricht man seine aktuelle Tätigkeit, springt ins Auto und eilt zum Feuerwehrhaus, in dem man seinen Dienst verrichtet. Bereits wenige Minuten später sind die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle.

Vom Melder zum Pager

Bislang erfolgte diese Alarmierung bundesweit über sog. analoge Funkmeldeempfänger und stellenweise auch über Alarmsirenen, die dann im gesamten Ort zu hören sind. Der Umstieg auf digitale Alarmierung, der jetzt in vielen Landkreisen in Hessen erfolgt, ist für die Feuerwehren ein Riesensprung nach vorne. Im Gegensatz zur analogen Alarmierung können die Einsatzkräfte über die neuen Pager zum einen auf dem Display bereits ablesen, worum es gerade geht, können zum anderen aber auch z.B. Rückmeldungen geben, ob sie für einen Einsatz aktuell überhaupt zur Verfügung stehen. Eine bessere Planbarkeit der benötigten Einsatzkräfte und schnelleres Ausrücken im Einsatzfall sind die Folge – ein weiterer Schritt in Richtung mehr Sicherheit für die Bevölkerung.

Ehrenamt für jedermann

Übrigens – wir freuen uns immer über Nachwuchs. Egal, ob man als Jugendlicher in die Feuerwehr eintritt und mit der Volljährigkeit in die Einsatzabteilung aufsteigt oder als Quereinsteiger im Erwachsenenalter zur Feuerwehr kommt – willkommen ist prinzipiell jedefrau und jedermann. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit sollte man mitbringen und die Bereitschaft zur Teamarbeit ist unabdingbar, alles andere lässt sich jederzeit erlernen.

In den verschiedenen Biebertaler Ortsteilen finden regelmäßig Übungsdienste statt, die Termine stehen alle in unserem Terminplan. Kommt einfach vorbei - alles Weitere klären wir Ort.

Notruf